Freitag, 20. Mai 2011

IT as a Service von Google - Vorteile für KMU und Chancen für Anbieter von Webanwendungen durch Chrome OS

Auf der in der letzten Woche durchgeführten Google Developers Conference wurde neben der Vorstellung von mobilen Neuheiten nichts weniger gemacht, als zum Großangriff auf Microsoft in den Bereichen Office- bzw. Business-Anwendungen geblasen. Denn was noch komplett unvorstellbar scheint, könnte mit den angekündigten Entwicklungen zumindest beginnen: Die Verdrängung von Microsoft Windows und Microsoft Office aus den Büros der modernen Arbeitswelt.

Die wichtigsten Fakten:
Schon im Dezember wurden Laptops, die nur mit dem browserbasierten Betriebssystem Chrome OS bestückt waren, der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese wurden jedoch nur einer exklusiven Gruppe von Entwicklern bereitgestellt und erhielten sehr schlechte Kritiken (z. B. was die Hardware angeht). Nun hat Google erneut Chrome-Laptops, die sog. Chromebooks, vorgestellt, diesmal in Zusammenarbeit mit Acer und Samsung. Der Clou: Unternehmen können ab Juni (auch in Deutschland) die Chromebooks für monatlich 28 Dollar pro Stück  (der Europreis steht noch nicht fest) mieten. In der Mietgebühr enthalten sind weitere Dienstleistungen von Google, wie. z. B. kompletter Hard- und Softwaresupport, Soft- und Hardwareupdates, eine cloud-basierte IT-Verwaltung und der Austausch der Geräte bei Defekt oder nach Ablauf der "Lebensdauer." Google-Unternehmenskunden erhalten dafür Laptops, die durch die Beschränkung auf einen Browser als Betriebssysten, sehr schnell hochfahren und sofort die Daten, die man in der Wolke gespeichert hat, bereitstellen.

Was bedeutet das für KMU?
Laut den Ergebnissen der Feldversuche, die Google bereits in Unternehmen betrieben hat, konnten 75% der Mitarbeiter von Testunternehmen sofort komplett auf Chrome OS umstellen. Das klingt plausibel, zumal auch in Zukunft Visualisierungsapplikationen unter Chrome OS laufen werden (z. B. von citrix und vmware), mit denen praktisch alle vorhandenen, alten Programme eines Unternehmen über das Internet gesteuert werden können. Zudem hat Google angekündigt, dass Apps auch offline (z. B. die Office-Programme von Google) genutzt werden können. Schließlich ist der Preis von 28 Dollar monatlich gerade für junge Unternehmen sehr reizvoll, da so schnell und unkompliziert die IT-Infrastruktur aufgebaut werden kann.

Was bedeutet das für Anbieter von Webanwendungen?
Natürlich werden von dieser Strategie sämtliche Anbieter von Webanwendungen profitieren, vor allem die, die von vornherein eine offene Strategie bzgl. ihrer Programmschnittstellen verfolgen. Nutzer werden in Zukunft aus der Vielzahl von Anwendungen diejenigen auswählen, die am besten die Funktionen bieten, die sie benötigen. Das Ende von "kann-alles-Software" (Bloatware) ist somit auch eingeläutet. Bei Chrome OS ist es dann für Anbieter problemlos möglich, ihre Programme zu integrieren. Dieses bedeutet z. B. dass in Zukunft ein direktes Hochladen von Dateien direkt in eine Webanwendung aus dem System (z. B. von einem USB-Stick) möglich ist, wenn zuvor der Anbieter seine Upload-Programmschnittstelle in das Chrome Betriebssystem eingebunden hat.

1 Kommentar:

  1. interessantes Thema, gerade auch für Anbieter wie uns. Ich bin gespannt wie lange es dauert, bis sich die komplette Auslagerung in Deutschland als Option anbietet. Momentan ist mein Eindruck, dass die kleinen Firmen sich mit einzelnen Lösungen trauen, aber noch weit davon weg sind alles auf einmal extern zu betreiben.

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